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Philaes Landung auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko

AMBITION das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen

labor&more war im European Space Operation Center (ESOC) der European Space Agency (ESA) dabei, als es am 12. November 2014 den Wissenschaftlern und Flugingenieuren gelang, die Landefähre Philae des Rosetta-Orbiters punkt- und zeitgenau zu trennen und das Landegefährt schließlich nach sieben Stunden auf dem Kometen niedergehen zu lassen. Schon in den Tagen davor und auch danach hatte sich die gesamte Weltpresse versammelt, um den ­Ausführungen und Demonstrationen der Beteiligten zu folgen.

Szene aus dem Film AMBITION Ein neues Projekt von Tomek Baginski, ­hergestellt bei Platige Image in Kooperation mit ESA Bild: © ESA/Platige Image, www.esa.int/spaceinvideos/Videos/2014/10/Ambition_the_film (screenshot)

„Kometen sind wie Zeitkapseln, die ursprüngliche Materie aus dem Zeitalter der Entstehung der Sonne und ihrer Planeten enthalten. Mit der Untersuchung von Gas, Staub, Aufbau des Kerns und anderem organischem Material des Kometen aus der Ferne und an dessen Oberfläche dürfte die Rosetta-Mission der Schlüssel zur Enthüllung der Entstehung und Entwicklung unseres Sonnen­systems sein.“ So die Verantwortlichen für das Rosetta-Projekt.


Philae Landing Event am 12. November 2014: Die Nachricht, dass die Landefähre erfolgreich vom Rosetta-Orbiter abgekoppelt hat, trifft am 12. 11. 2014 um 10:03 h im Kontrollzentrum der ESOC ein – 28 min und 20 s nach Abkopplung. Die Spannung fällt bei allen Beteiligten in Kontrollraum ab.
Bild: ESA - J. Mai, Id 327077


Professor Klim Churyumov, Entdecker und Namensgeber des Kometen 67P, den er gemeinsam mit Svetlana Gerasimenko 1969 entdeckt hat, wartet zusammen mit ESA-Mitarbeitern und Gästen sowie Journalisten aus allen Erdteilen auf die erlösende Nachricht, dass Philae gelandet ist. Bild: J. Brickmann


Svetlana Gerasimenko verfolgt im Philae-Kontrollzentrum der DLR in Köln die Meldungen vom Landemanöver von Philae auf dem Kometen, der auch ihren Namen trägt. Sie hatte vor 45 Jahren die Himmelsaufnahmen gemacht, auf denen Professor Klim Churyumov dann den bisher unbekannten Kometen 67P identifiziert hat. Bild: ESA

Am Ziel einer langen Reise

In allen Medien wurde über die Landung am 12. November 2014 und die damit in Zusammen­hang stehenden Details teilweise sehr ausführlich berichtet. Deshalb hier nur ein paar Fakten: Der Orbiter Rosetta und der mit ihm verbundene Lander Philae waren vor mehr als zehn Jahren am 2. März 2004 mit einer Ariane 5-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana ins Weltall befördert worden, um den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko (kurz Chury) anzusteuern und dort die Landefähre abzusetzen. Der Komet, nach seinen Entdeckern Prof. Klim Churyumov und Svetlana Gerasimenko benannt, rast mit 50.000km pro Stunde durch unser Sonnen­system. Der Orbiter musste somit auf diese Geschwindigkeit gebracht werden und dann noch zur gleichen Zeit am gleichen Ort mit dem Kometen sein. Und dann noch die Philae-Landung – ein schier unmögliches Unterfangen, dachten viele. Ambitioniert, aber unerreichbar. Doch jetzt ist es erreicht. Aus Science-Fiction wurden Science-Facts.


„We did it!“ Emotionale Reaktion des Rosetta Flight Directors Andrea Accomazzo nach der ­Bestätigung dafür, dass die Landefähre ­Philae erfolgreich auf dem Kometen 67P/Churyumov-­Gerasimenko niedergegangen ist. Bild: ESA/J.Mai, Id 328764


Touchdown gelungen! Die Spannung fällt bei ­Philae Lander Manager Stephan Ulamec (links) und Flight Operation Direktor Andrea Accomazzo ab und es bleiben Glücksgefühle. Bild: ESA

Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, beschrieb in labor&more 3/2014 eindrucksvoll Pläne und Motivation für die Rosetta-Mission. Dr. Stefan Ulamec, der verantwortliche Manager für die Philae-Landefähre beim DLR, beschrieb in der gleichen l&m-Ausgabe die zehn wissenschaft­lichen Untersuchungseinrichtungen, die von un­ter­schiedlichen Gruppen in ganz Europa, vor allem aber aus Deutschland, beigesteuert wurden.


„Wir waren die Ersten.“ Professor Jean Jaques Dordain, der Generaldirektor der European Space Agency (ESA) aus Paris, bringt die Genugtuung über die erfolgreiche Landung zum Ausdruck: „Das größte Problem des Erfolgs ist, dass alles ganz einfach aussieht. Wir ­wissen aber, dass dieser Erfolg nicht vom Himmel fällt. Er resultiert aus harter Arbeit und großer Expertise, weil der einzige Weg , um Risiken zu überwinden, die Expertise ist. Wir haben heute bewiesen, dass die euro­päische Expertise die beste der Welt ist. Wir waren die Ersten und das wird für immer bleiben.“ Bild: J. Brickmann


Philae sendet! Professor Jean-Pierre Bibring, Wissenschaftlicher Leiter der Philae Mission und Konstruktionsleiter der Kamerasysteme (CIVA) von Philae, erläutert die ersten vom Lander gesendeten Bilder. Bild: J. Brickmann


Professor Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR in Köln, war gut auf den Erfolg der Landeoperation vorbereitet: Nach Präsentation seiner Ausführungen zur Rosetta-Mission ­entledigte er sich seines Jacketts und präsentierte sein Shirt mit dem Erfolg von Philae auf dem Rücken. Bilder: ESA

Expertise und Emotionen

Für alle, die auf der Liveveranstaltung im ESOC dabei sein konnten, wird die Veranstaltung prägend in Erinnerung bleiben. Man war dabei, als erstmals ein von Menschenhand geschaffenes Gerät auf einem Stück Urmaterie landete, einem Objekt, das älter ist als die Sonne und alle ihre Planeten. Man verspricht sich von den wissenschaftlichen Untersuchungen der Rosetta-Mission tiefe Einsichten in die Entstehung unseres Plane­tensystems, aber auch über den Ursprung des Lebens auf der Erde. Das ist aber nur ein Teil des bleibenden Eindrucks: Man hat Menschen gesehen, gehört und gesprochen, die das Studium des Kometen 67P und insbesondere die Rosetta-Mission zu einem Teil ihres Lebens gemacht ­haben, getrieben vom Drang nach neuen Erkenntnissen, aber vielleicht mehr noch: Das Unmögliche zu versuchen, um das Mögliche zu erreichen. Dieser Geist spiegelt sich auch wider im Animationsfilm AMBITION (siehe www.youtube.com), der von Tomek Baginski bei Platige Image in Kooperation mit ESA hergestellt und als Einführung den Gästen und Mitschaffenden der ESA an der Veranstaltung am 12. November präsentiert wurde.


Pressebriefing am 13. November 2014: Dr. Stephan Ulamec zeigt auf, wo der Lander Philae punktgenau auf dem Kometen 67P aufgekommen ist (Quadrat in Magenta) und wo er nach zwei Sprüngen in 1000 m Abstand von diesem Punkt schließlich zu Ruhe kam (blaue Raute). Der genaue Ort wurde noch nicht gefunden. Bild: S. v. Mallinckrodt


Professor Jürgen Brickmann gratuliert dem Philae Lander Manager Dr. Stephan Ulamec zur geglückten Landung der Fähre auf dem Kometen 67P. Bild: S. v. Mallinckrodt

Johann-Dietrich Wörner formulierte es so: „Das Wesen des Menschen ist von bemerkenswerter Natur. Als Kinder sind alle Menschen neugierig, wenn die Neugier bleibt, nennen wir diese Menschen Forscherinnen und Forscher. Offensichtlich werden wir, oder zumindest viele von uns, getrieben von unserer Neugier, unserem Streben nach immer neuem Wissen und dem Verlangen, immer wieder Grenzen zu überschreiten. Was wir wissen, ist uns nicht genug. Ein dauerhafter Zustand der geistigen Sättigung wurde dem Menschen auf seinem Weg durch die Evolution nicht mitgegeben. Wissen macht Lust auf mehr. Der moderne Mensch behauptet sich heute durch sein gezieltes Einwirken auf seine Umwelt, eine immer rasantere kulturelle Weiterentwicklung sowie sein historisches Bewusstsein, das ihn zum Entwurf von Zukunftsvisionen befähigt – resultierend aus dem über Generationen entstandenen Wissen.“ (l&m 3/14, www.laborandmore.de)

Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Wir verzichten in diesem Beitrag weitgehend darauf, die von den Mitwirkenden der Rosetta-Mission schon jetzt erzielten Ergebnisse durch Bilder und Animationen hier erneut darzustellen. Die Medien waren voll davon. Dafür zeigen wir die emotionalen Momente von Menschen, die dabei waren. Wir gratulieren allen, die dazu beigetragen haben, das „Unmögliche“ möglich zu machen.

JB

Bild: Esa

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Flugbahn von Rosetta – Energie von Erde und Mars gratis Selbst Europas stärkste Trägerrakete, die Ariane 5, war nicht in der Lage, Rosetta auf direktem Weg zum Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko zu schicken. Aus diesem Grund suchten die ESA-Spezialisten vom Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt nach einer energetisch günstigen und wissenschaftlich interessanten Flugbahn. Ihr Ausweg: Rosetta musste vier nahe Vorbeiflüge, sogenannte Swing-by-Manöver, an Erde und Mars ausführen, um durch deren Schwerkraftfelder zusätzlich Schwung zu holen. Dabei änderten sich Richtung und Geschwindigkeit der Raumsonde. Die Grafik zeigt einen Blick auf das Sonnensystem von oben mit der Sonne als gelbem Stern im Mittelpunkt. Die Flugbahn von Rosetta ist gestrichelt dargestellt. Gemeinsam mit der Landesonde Philae erreichte sie auf einer komplexen Flugbahn durch das innere Sonnen- system nach zehn Jahren Flugzeit nun ihr Ziel, den Kometen Churyumov-Gerasimenko. Quelle: ESA, Bild: ESA/ESOC/DLR


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L&M 10 / 2014

Diese Artikel wurden veröffentlicht in Ausgabe L&M 10 / 2014.
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