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Einmal unendlich und zurück

Wir wissen es alle: Das Internet ist schier unendlich. Dieser Terminus wurde bewusst gewählt. Eigentlich gibt es ja unendlich nicht. Das Weltall vielleicht, aber dieses hat einen endlichen Durchmesser. Wir neigen dazu, den Unendlichkeitsbegriff immer dann zu verwenden, wenn etwas unsere Vorstellungskraft überschreitet. Und das ist für das Internet wohl zutreffend.

So vieles hat sich geändert, seit es das Netz gibt. Hier finden wir Antworten auf fast alle Fragen. Wie funktioniert ein ganz bestimmtes Gerät oder ein Programm? Was muss ich tun, wenn es nicht funktioniert? Es gibt immer irgendjemanden, der das Problem schon hatte und andere, die eine Lösung wussten. Dieser Weg führt meist zum Ziel. Es muss nicht immer alles richtig sein, was da steht, aber fast immer lässt sich auf diese Weise sehr viel Arbeit sparen. Man glaubt zu wissen, dass das Internet fast alle Bibliotheken überflüssig macht. Such­maschinen ersetzen das mühsame Studium von Originalliteratur. Dies ist mir eindrucksvoll vor Augen geführt worden, als ich vor einigen Jahren den Rohentwurf für eine Masterarbeit von einem meiner Mitarbeiter in die Hände bekam. Alle Zitate bezogen sich lediglich auf Wikipedia-Einträge. Und dort kann jeder alles reinschreiben, was ihm in den Sinn kommt – weitab von jeder Prüfung auf Richtigkeit.

Das Internet vergisst nichts

Dort liegt jedoch eines der Hauptprobleme des Internets. Wohl mancher pubertäre Teenager, der freimütig aus einem Überfluss von Lebensfreude allerlei Intimes ins Internet schickt, um die Welt am eigenen Glück teilhaben zu lassen, fragt sich dann im gereifteren Alter verschämt, wie er (oder sie) dies wieder löschen kann. Das ist dann problematisch, denn das Internet vergisst nichts. Im Gegenteil: Es gibt jede Menge von Organisationen, die alles einsammeln. Meist mit dem Ziel, daraus Profit zu generieren. Doch das muss nicht so bleiben. Jüngst hat ein Spanier vor dem Europäischen Gerichtshof einen Prozess gewonnen, in dem es darum ging, Einträge in Suchmaschinen zu seiner Person aus der Vergangenheit zu löschen. Wie das im Einzelnen durchgesetzt werden kann, scheint jedoch noch offen. Auch Anbieter von Plattformen sind nicht untätig. Wikipedia kündigt an, dass sich zum 6. Juni 2014 zum Schutz der Privatsphäre die Datenschutzbestimmungen ändern werden. Andere werden hoffentlich folgen. Das Internet ist (fast) unendlich. Es enthält aber auch unendlich viel Schrott. Dies ist wohl hauptsächlich auf die Einträge von Suchmaschinen zurückzuführen. Jeder kann dies experimentell nachvollziehen. Ich habe Google nach meinen eigenen Einträgen befragt und „Jürgen Brickmann Darmstadt“ eingegeben. Nach einer Suchzeit von 0,33 Sekunden wurde die Such­maschine fündig und teilte mit, dass es etwa 112.000 Suchergebnisse gäbe. Überwältigend, doch was steckt dahinter? Wahrscheinlich kann man dort alles finden, was von mir oder über mich geschrieben und geredet wurde. Ich habe mir die Mühe gemacht, die ersten 30 Einträge näher in Augenschein zu nehmen. In diesen ist ein klares Bild zu erkennen: Fast alle Beiträge entstammen anderen Internetseiten und sind automatisch ausgewählt worden, ohne erkennbare Wertung oder Wichtung. Immerhin befinden sich darunter fünf Verweise auf meine Tätig­keit bei succidia. Das Meiste ist jedoch irrelevant und total veraltet, häufig auch objektiv falsch. Hier wird deutlich, dass das Netz nichts vergisst. Ich habe aber nichts gefunden, was mich dazu veranlassen würde, wegen einer ­Löschung vor den Kadi zu ziehen.

Letzteres gilt offensichtlich bei vielen anderen persönlichen Einträgen nicht. Wir haben einen Fachmann befragt, der sich in der Informa­tionstechnologie einen Namen gemacht hat: den Darmstädter Informatikprofessor Johannes Buchmann. Er stellt seine Ideen über die Handhabbarkeit von Privatheit im Netz im nachfolgenden Artikel zusammen.

Bild: © panthermedia.net | agsandrew

Stichwörter:
it-sicherheit

L&M 5 / 2014

Diese Artikel wurden veröffentlicht in Ausgabe L&M 5 / 2014.
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